Sonntag, 18. Juni 2017

'Nacht ohne Namen' von Jenny-Mai Nuyen


Nacht ohne Namen
Jenny-Mai Nuyen
dtv Verlag, 2015
448 Seiten

Manche Menschen sind füreinander bestimmt. So wie Nicki und Canon. Sie haben ihre eigene Welt. U-Bahnfahren in der morgengrauen Großstadt. Verstehen sich fast ohne Worte. Und doch wissen sie nicht viel voneinander. Ihre wahren Namen zum Beispiel kennen sie nicht. Und als Canon verschwindet, kommt Nicki einem noch viel größeren Geheimnis in seinem Leben auf die Spur. Denn sie teilt Canon mit einem Dämon – einem Dämon, der in üblen Schwierigkeiten steckt ...
(Quelle: dtv)

Sonntag, 11. Juni 2017

Tage ohne Hoffnung | Days Without Hope

Unsplash.com//Sean Hammond

Er ging langsam, jeder Schritt schien ihn anzustrengen. Machte sein Herz schwerer. Die Sonne brannte auf seine Haut, hinterließ dunkle Flecken, die sofort wieder heilten. Mit einer schnellen Bewegung zog er die Wasserflasche aus der Seitentasche seines Rucksacks, trank einen Schluck. Betrachtete die wenigen Wasserperlen, die verblieben waren. Wenn das so weiterging, würde er bald verdursten.
Der Gedanke stimmte ihn traurig, konnte aber nicht die Leere füllen, die in seinem Inneren herrschte. Er steckte die Flasche zurück, atmete tief ein. Und aus.
Dann ging er weiter, bezwang die Sanddünen vor sich. Spürte die kleinen Körner in seinen Schuhen, die ihm so fremd vorkamen. Wie lange er wohl noch laufen musste?
Das Licht des Tages verging langsam und der Mond setzte sich an seinen angestammten Platz am Himmel, beobachtete den jungen Mann mit müden Augen. Deine Mission ist sinnlos.
Aber er konnte die Stimme des Himmels nicht hören, setzte seinen Weg fort. Ein kühler Wind traf ihn und er fröstelte, die Härchen auf seinen Armen stellten sich auf. Die schwarzen Flecken waren verschwunden, an ihre Stelle waren silberne Punkte getreten.
Eine weitere Düne, ein weiterer Schluck aus der Flasche. Das dunkle Haar klebte in seiner Stirn, aber er konnte nicht aufgeben. Durfte nicht aufgeben.
Als er den Kopf hob, sah er einen Schwarm Vögel, die in alle Richtungen davonflogen. Erst dachte er, sich die Tiere eingebildet zu haben, dann drang ihr Krächzen an sein Ohr. Seine Schritte beschleunigten sich, bis er schließlich rannte. Er rannte, und rannte und … blieb stehen.
Vor ihm erstreckte sich eine weite Fläche, von nichts anderem beleuchtet als dem Mondlicht. In der Ferne glommen die Lichter der Stadt, die er noch nie betreten hatte. Die Ruinen, welche er „Zuhause“ nannte, waren halb im Sand versunken und erstrahlten im silbernen Mondlicht.
Ein weiterer Tag ohne Hoffnung ging zu Ende.

- - -


He walked slowly, each step seemed harder than the last one. Made his heart heavier.
The sun burned onto his skin, left dark spots, which healed instantly. Quickly he pulled the water bottle out of the side pocket of his backpack and took a sip. He looked at the few pearls of water that were left. If it continued like this, he would die of thirst.
The thought made him sad but it couldn’t fill the emptiness inside his body.
He put the bottle back, inhaled. Exhaled.
Then he continued walking, conquered the sand dunes in front of him. Felt the little grains of sand in his shoes which would always remind him of home. How long would he have to keep walking?
The light of the day slowly died and the moon searched for his rightful place at the sky, watching the young man with tired eyes. Your mission is hopeless.
But he couldn’t hear the sky’s voice and kept walking. He got hit by the cold wind and he shivered, the hairs on his arms rising. The black spots had disappeared, silver dots appeared in their places instead.
Another sand dune, another sip of the water. The dark hair stuck to his forehead but he wouldn’t surrender. Wasn’t allowed to surrender.
When he lifted his head, he saw black birds rising to the sky, flying in all directions. At first he thought that the animals weren’t real, then he heard them croaking. He walked faster, began to run. He ran and ran and ran and … stopped.
In front of him stretched a far area, illuminated by nothing but the moonlight. Far away glowed the lights of a city he never entered. The ruins which he called “home” were half immersed into the sand and sparkled in the silver moonlight.
Another day without hope ended.


Sonntag, 4. Juni 2017

the untold story

Unsplash.com // Jakob Owens

Down the road.
On my feet again.
Pain in my
head
arms
fingers.
My body.

Irreplaceable. 
Irreparable. 
Unique.
Not anymore.

Thin lines,
green
red
black.
On my
skin
in my
eyes.

Showing you the untold story.

Sonntag, 28. Mai 2017

'Book of Lies' von Teri Terry


Book of Lies
Teri Terry
Orchard Books, 2016
352 Seiten

Piper und Quinn sind Zwillinge, aber sie wissen nichts voneinander. Während Piper bei ihren Eltern in einem wohlhabenderen Viertel Wincesters lebt und alles bekommt, was sie sich wünscht, wächst Quinn bei ihrer Großmutter in einer Hütte im Wald auf. Die beiden treffen aufeinander, als ihre gemeinsame Mutter auf tragische Weise stirbt und kommen einem Fluch auf die Spur, der ihre Familie seit Jahrhunderten umgibt. Denn einer der beiden wird von Dunkelheit kontrolliert und wenn diese losbricht, ist niemand mehr sicher…