Freitag, 28. Juni 2013

[Rezension] Liberty 9

Titel: Liberty 9 - Sicherheitszone
Autor: Rainer M. Schröder
Verlag: cbj
Preis: 18. 99

Der Anfang ist unspektakulär, allerdings steigt der Leser relativ schnell in das Geschehen ein.
Die Protagonisten werden vorgestellt und auch die Zone Liberty 9 wird beschrieben. Aber nicht gut genug. Als Leser bekommt man die Randinformationen mit, das, was sie auch aus dem Klappentext herauslesen konnten. Einzelne Details wie Rituale, die Herrschaftsform, der Ursprung der Zone werden verschwiegen. Zwar ist den Electoren, so heißt die "adelige" Schicht, auch nicht alles bekannt, aber als höchste Schicht sollten sie einiges mehr wissen.


Die Handlung ist sehr komplex aufgebaut, es gibt immer wieder Begriffe wie Servanten und das Refectorium, die mich irritiert haben aber an die sich der Leser eigentlich sehr schnell gewöhnen konnte.
Die Geschichte hat einen roten Faden, allerdings sind sehr viele unnötige Sachen vorhanden. Der Autor hat die Handlung unnötig ausgeschmückt, und trotzdem zu viele Details ausgelassen. Die eigentliche Handlung rückt bald in den Hintergrund.

Die Charaktere sind sehr schwach. Obwohl sie ihre eigenen Persönlichkeiten haben, sind sie bloß leblose Figuren. Das Aussehen wird fast nicht beschrieben und auch die Gedanken und Gefühle fehlen meist völlig. Auch die "Dreiecksbeziehung", insofern es eine ist, ist nicht nachvollziehbar eben so wenig wie die Gefühle der beiden Jungs zu Kendira.
Die Idee an sich ist sehr gut, eine abgeschottete Zone. Die Rebellen, die versuchen, die Kinder in der Zone zu retten. Das Geheimnis.

Das Buch kommt irgendwie nicht so richtig voran, was auch an dem Schreibstil liegt.
Am Anfang wird alles ganz genau beschrieben, wenig Spannung. Erst auf den letzten Seiten, wo wirklich etwas passiert, ändert sich der Stil und wird plötzlich sehr gut.
Was mich überrascht hat, war das Ende. Ich habe mit einer Flucht gerechnet, aber nicht mit einer solchen. Das Ende hätte spannender sein können, die Beweggründe klarer ausformuliert.

Der zweite Teil ist hoffentlich besser. Nichts desto trotz hat mich die Idee gefesselt, deswegen ist das Buch trotzdem lesenswert.


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