Donnerstag, 15. Januar 2015

[Schreibhilfen] Motivation ... wo bist du?

Wer kennt es nicht: Man sitzt vor dem Laptop, ist super motiviert. Hat all seine Szenen und Charaktere im Kopf, man öffnet das Textdokument. Liest die letzten Sätze ... und findet alles dumm, hat keine Lust mehr und surft viel lieber im Internet.

Das ist in letzter Zeit bei mir sehr oft der Fall gewesen - was vielleicht auch daran liegen kann, dass ich in knapp drei Monaten 100.000 Wörter geschrieben habe und einfach nicht mehr aufnahmefähig bin.
Und eine leise Stimme sagt im Hinterkopf: 
Du solltest jetzt eigentlich schreiben.
So wird dein Roman nie fertig.
Du vergisst alles wieder.
SCHREIB!

Zuallererst: Nichts erzwingen. Jeder hat mal einen schlechten Tag und wenn man sich am Abend motivationslos an sein Projekt setzt und für einen Absatz eine halbe Ewigkeit braucht, sollte man es lieber lassen.
Die Sätze, die hervorkommen, sind meistens grottig und mit jedem geschriebenen Wort kommt die Laune ihrem Tiefpunkt näher.
Das Schreiben sollte Spaß machen und nicht zu einem Zwang werden.

Täglich schreiben. Das ist so eine Sache.
Ich habe mir für den Monat ein Wortziel vorgenommen, das nicht zu hoch aber auch nicht zu niedrig gesetzt ist. Jeder hat seine individuellen Ansprüche, die man natürlich auch aufgrund von Zeitmangel etc. über den Haufen werfen kann. Routine reinbringen und es in den täglichen Tagesablauf integrieren.
Mein Ziel ist, jeden Tag um die 1000 Wörter zu schreiben und am Ende des Monats die 30.000 Wörter in meiner Tabelle stehen zu haben.
Womit wir schon beim nächsten Punkt wären.

Motivation. Mir hilft es, wenn ich mir solche festen Ziele setze. Ich habe eine Excel-Tabelle, ganz dreist übernommen von Marie Graßhoff, die mich immer unglaublich motiviert. 
Sich selbst etwas vor Augen halten, für jedes geschaffte Wortziel eine kleine Belohnung bereit haben. Ob es nun Schokolade, ein Buch oder ein freier Nachmittag ist, ist letztendlich vollkommen egal. Jedem das seine.

Bevor man überhaupt etwas schreibt, müssen natürlich die Ideen da sein. Inspiration heißt das Schlüsselwort.
Musik, Bilder, Menschen, Gespräche. Man kann sich wirklich von allem inspirieren lassen, wenn man es nur will. Pinterest benutze ich für inspirierende Bilder, es gibt aber natürlich unzählige Fotografieblogs, die man genau so gut benutzen kann. Und falls man wirklich keine Ideen hat, einfach mal das Manuskript weglegen und nach draußen gehen. In die Natur, unter Leute. In ein kleines Café, wandern. Abenteuer erleben. 
Den Kopf freimachen und sich inspirieren lassen.

Und was, wenn dir die Ideen ausgehen?
Dann kann es helfen, mit Gleichgesinnten zu schreiben oder zu reden. Es gibt genug Schreibforen im Internet, es gibt genügend Leute, mit denen man über sein Manuskript reden kann. Und wenn es nur jemand aus der Familie oder dem Freundeskreis ist. Rede über deine Geschichte, lies sie vielleicht auch laut vor. Alles noch einmal Revue passieren lassen hilft meistens weiter.

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Das sind natürlich nur ein paar Probleme, die irgendwann einmal auftauchen werden.
Ich persönlich habe mir zur Zeit eine Schreibpause genommen, von einer Woche. Um den Kopf freizukriegen, um wieder runterzukommen und mit neuem Elan zu starten. Und ich merke von Tag zu Tag wie ich kreativer werde.
Pinterest habe ich erst vor wenigen Tagen entdeckt, liebe es aber jetzt schon. So viele Bilder, so viele Emotionen und Inspiration, so viele Geschichten die geschrieben werden wollen. 

Was macht ihr, wenn ihr überhaupt keine Motivation zum Schreiben habt?
Ich lese mir alles noch einmal durch, versuche, mich nur auf die Handlung und weniger auf die Fehler zu konzentrieren. Und wenn es gar nicht geht, schreibe ich eben einen Tag nichts. Ist auch kein Weltuntergang.

Noch einen schönen Abend,
Sophia

Kommentare:

  1. Ein sehr guter Blog :-)
    Zu deinem Text gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen, außer vielleicht das konzentrierte Arbeiten und das Durchhaltevermögen.
    Ich überarbeite gerade meine Geschichte. Dabei ist jede Ablenkung Gift. Jedesmal muss ich mich neu hineindenken und die wertvolle Formulierung, die ich eben noch hatte, ist futsch.
    Deshalb: Türen und Fenster zu, Handy aus, Abmelden von der Welt und eintauchen in die Eigene. Dann klappts auch mit dem Roman.

    Dir auch einen schönen Abend
    Wolf

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  2. Toller Post :)
    Bei mir würde "Täglich schreiben" überhaupt nicht funktionieren... Ich habe generell unter der Woche kaum Zeit zum Schreiben und es gibt ein, zwei Tage, an denen ich wirklich gar nicht kann... :/

    Ich hab dich übrigens getaggt und würde mich echt riesig freuen, wenn du mitmachst :)
    http://chrisis-buchblog.blogspot.de/2015/01/eckgekritzel-meine-kleine.html

    Liebe Grüße
    Chrisi

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