Sonntag, 28. Juni 2015

★ Schreibnacht Offline-Treffen Stuttgart ★



v.l.: Pia, Hanna, Sophia, Lily, Laura


Dass Schreiben keine einsame Tätigkeit ist, in der man alleine in seiner kleinen Stube sitzt und sich die Zähne an schrecklich formulierten Sätzen ausbeißt, hat der gestrige Tag gezeigt.
Es ist noch nicht allzu lange her, da habe ich von dem Forum „Schreibnacht“ berichtet. Autorinnen und Autoren treffen sich und schreiben gleichzeitig an ihren Geschichten, tauschen sich aus und helfen sich gegenseitig bei Problemen.

Seit geraumer Zeit gibt es jetzt die sogenannten „Offline-Treffen“, bei denen sich die  Schreiberlinge auch in Real Life treffen. Und auch für Stuttgart haben wir es zustande gebracht, ein Treffen zu organisieren.
Man traf sich also, gestern um 14:00 Uhr, am Stuttgarter Hauptbahnhof.
Kurz vorher habe ich mich noch dazu entschlossen, ein Schreibnacht-Schild zu basteln, damit wir auch ja niemanden übersehen. Denn wie gesagt – wir kannten uns alle nur aus dem Forum, hatten uns noch nie gesehen.
Was sich als sehr gute Idee herausgestellt hat, denn schon kurz darauf waren wir alle versammelt, pünktlich um 14:00 Uhr. Eine kleine, aber feine Truppe: Pia aka Sonea, Lily Magdalena, Hanna aka honneygirl (die extra aus der Nähe von Freiburg angereist ist), Laura aka Pandemoniac (Studentin aus Konstanz) und meine Wenigkeit.
Nach einem kurzen Kennenlernen wurde beratschlagt, wo zur Hölle wir denn hingehen wollten, denn Stuttgart ist groß. Die dunklen Wolken am Himmel beeinflussten dann unsere Entscheidung insofern, dass wir uns zum Milaneo aufmachten.





„Ich wohne in Stuttgart, war aber noch nie in der Stadtbücherei.“ Diese Aussage bewog uns schließlich dazu, dass sich unsere Pläne änderten und wir der Bücherei, dem Klotz, wie wir ihn irgendwann nannten, einen Besuch abstatteten.
Außen pfui, innen hui. Das ist so ziemlich die beste Beschreibung dessen, was uns erwartete. Während wir auf einen Aufzug warteten – denn 8 Stockwerke Treppensteigen ist kein Spaß, das kann ich aus Erfahrung sagen – wurde geredet, geredet und geredet. Natürlich über das Schreiben und über Bücher, was denn sonst?
Und auch das obligatorische „Foto-herausholen“ und „andere-Personen-stalken“ durfte nicht fehlen. 8 Stockwerke waren uns nicht genug, also machten wir uns auf den Weg immer höher hinaus – im Klartext bedeutet das: wir gingen auf die Dachterrasse und machten es uns dort gemütlich, genossen die Aussicht über Stuttgart und sahen kritisch immer wieder auf die dunklen Wolken am Himmel.
Als diese schließlich fast über uns waren und die Sonne hinter den Wolkenbergen verschwand, beschlossen wir, dass es Zeit zum Hinuntergehen war. Wobei „gehen“ relativ ist, wir nahmen wieder den Aufzug :)



„Wenn wir im Milaneo sind, müssen wir unbedingt Bücher shoppen. Und zu Elbenwald.“ Das war unser Plan. Zumindest das erste Vorhaben hat geklappt. 
Wir gingen irgendwo hinein und stürzten uns auf die erste Karte, die wir finden konnten. Denn, wie man sich sicher denken kann, ist das Milaneo viel zu groß und viel zu unübersichtlich, als dass wir sofort auf der Stelle einen Bücherladen finden konnten.
Unter Lilys Führung fanden wir schließlich zum Osiander und blieben bei den reduzierten Büchern stehen, solange, bis fast jeder ein Buch in der Hand hatte.
Sage und schreibe 1,5 Stunden hielten wir uns dort auf, blätterten durch die neusten Neuerscheinungen, unterhielten uns über Shades Of Grey und Twilight, die Vorzüge von englischen Büchern und natürlich über Notizblöcke und das Schreiben.
Am Ende hatte jeder, außer Hanna, ein oder sogar zwei Sachen, die er mit nach Hause nehmen konnte. Und Lily kaufte ein Brillenputztuch mit Eulen – ist sie vielleicht eine Hellseherin?


Denn als wir nach draußen traten (Elbenwald war inzwischen vergessen), türmten sich die Wolken über uns auf und wir wollten nur noch auf dem schnellsten Weg ins Restaurant, wo für 17 Uhr ein Tisch reserviert war. Ungefähr 10 Minuten ging alles gut, dann fing es an zu tröpfeln. 
„Das hört bestimmt gleich wieder auf.“ Da war ich noch optimistisch. Aber Pustekuchen – Sekunden später schüttet es wie aus Eimern und wir mussten uns wohl oder übel unterstellen, wir wollten ja nicht, dass die Bücher nass wurden.
Sekunden später war der Schauer vorbei und wir wagten uns wieder ins Freie. Nur, dass es, nachdem wir vielleicht sechs Schritte gelaufen waren, wieder anfing. Heftiger als zuvor.
Da ich als einzige einen Schirm hatte, drängten wir uns darunter zusammen und beschlossen dann, zu rennen. Zum nächsten Unterstand.
Lauras Bücher schafften es leider nicht, sie bekamen eine unfreiwillige Dusche und mussten nachher mit Taschentüchern getrocknet werden. Und das neugekaufte Putztuch von Lily musste für die Brillenträgerinnen herhalten.
Nach sage und schreibe 30 Minuten waren wir endlich im Restaurant „Mezzogiorno“ angekommen, obwohl wir auf dem Weg nochmals einen Unterstand suchten.



Vollkommen durchnässt, aber fröhlich kamen wir dort schließlich an und setzten uns an den bestellten Tisch, waren froh, endlich im Trockenen angekommen zu sein.
Als Vorspeise wurden Salate, als Hauptgang Pizzen oder Nudeln bestellt und nun hieß es: Zeit vertreiben und auf das Essen warten. In weiser Voraussicht hatte ich einige Textstellen und Zitate mitgenommen und wir haben diese vorgelesen, nicht aber, ohne zuvor einen wunderschönen Kreis aus Büchern geformt zu haben. („Wir sind die Sekte der Bücher und halten alles für wahr, was jemals niedergeschrieben wurde.“).
Dieser Kreis musste natürlich beseitigt werden, sobald das Essen kam, aber inzwischen wurde reihum aus den eigenen Texten vorgelesen und man tauschte sich über Erzähltechniken aus, über die persönlichen Vorlieben und Abneigungen und über Schreibprogramme.
Und, wie könnte es anders sein, war irgendwann die obligatorische Frage an den Kellner: „Gibt es hier W-LAN?“ Dieses Mal wurde sie von Hanna gestellt und jeder holte sein Handy hervor, schoss Bilder.



Wie es sich für ein Offline Treffen gehört, wurden irgendwann die Nummern ausgetauscht, eine WhatsApp Gruppe erstellt und sich erstmal gegenseitig auf Twitter oder Facebook gestalked. Apropos Twitter: Im Laufe des Abends kamen auch einige sehr amüsante Tweets zustande und es dauerte nicht lange, bis wir mit unserem Lachen die umliegenden Tische unterhielten. Und schon zu einem frühen Zeitpunkt war es beschlossene Sache, dass solche Treffen wiederholt werden mussten.
Irgendwann um 20 Uhr, die Zeit ist viel zu schnell vergangen, meldete sich Laura schließlich, dass sie zum Zug müsse. Und wir mussten die heitere Runde leider auflösen, zahlten und unterhielten uns anschließend noch ein wenig, bevor jeder seinen eigenen Weg nach Hause antrat.

Das Offline Treffen war wirklich wunderbar und ich persönlich freue mich wahnsinnig, diese netten (und verrückten) Menschen kennengelernt zu haben. Ein Highlight für mich war, dass die gebastelten Origami Schmetterlinge mit den Sprüchen aus meinen Lieblingsbüchern so gut ankamen. Weil ich am Tag davor noch bis spät abends daran gesessen habe.


Also, das Fazit: Wir Schreiberlinge sind nicht komisch, wir sind normale Menschen wie alle anderen auch. Wir sind vielleicht ein wenig verrückt, aber auf eine gute Art und es würde mich sehr freuen, wenn wir in nächster Zeit ein weiteres Treffen veranstalten könnten. Man gewinnt so viel Motivation durch den Austausch mit anderen und vor allem Inspiration, neue Ideen und ich habe noch an keinem anderen Tag so sehr gemerkt, wie viel Spaß das Schreiben macht und ich bereue es nicht, dass ich dieses Hobby zu meinen zeitintensivsten, aber auch coolsten Hobbys überhaupt zählen kann.


Kommentare:

  1. Hmpf, beim nächsten Mal muss ich dann auch endlich dabei sein... ich komme zwar wieder nicht weiter mit meinen Schreibprojekten, aber irgendwie muss man ja prokrastinieren ;-)

    Ah, wie das juckt, wenn man weiß, dass es gerade so nah ist, und doch ein bisschen weit um spontan hinzufahren... hört sich schonmal lustig an, was ihr alles veranstaltet habt :-)

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    1. Dann werden wir dir helfen xD
      Auf jeden Fall werde ich es vorher auf dem Blog ankündigen (oder dich auf Schreibnacht anschreiben), dass du die Möglichkeit hast, über ein Kommen nachzudenken xD

      Hört sich nicht nur lustig an. Es war lustig :D

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  2. Klingt echt nach viel Spaß. Toller Bericht. Ich wohne auch in der Nähe von Stuttgart. Vielleicht kann ich bei den nächsten Treffen mal dabei sein :)

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    1. Dankeschön :)
      Ich werde es wieder über Schreibnacht organisieren, dann behalte ich dich mal im Hinterkopf. Neue Leute sind immer toll ;)

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