Samstag, 12. September 2015

Autorin? Werbetexter!



Jura, Medizin, BWL. Oder ganz klassisch für Bücherwürmer: Germanistik. Das sind die Studiengänge, die am populärsten sind. Nach dem Abi, das bei mir nur noch ein Jahr entfernt ist, hat man als Gymnasiast eigentlich unzählige Möglichkeiten, wie man seinen beruflichen Werdegang gestalten will. Es gibt das sogenannte BOGY (BerufsOrientierung am GYmnasium), aber unter der Schulzeit ist es oft schwer, einen Beruf wirklich kennenzulernen. Also habe ich beschlossen, in den Ferien ein freiwilliges Praktikum in einer Werbeagentur, ganz in meiner Nähe zu machen.

Wieso Werbeagentur?
Ich hatte mit „Werbung“  bis jetzt noch nicht sehr viel zu tun und wollte wissen, wie es hinter den Kulissen aussieht. Ich denke, als Außenstehender unterschätzt man die Arbeit, die in Werbeagenturen gemacht wird und deswegen wollte ich mir ein eigenes Bild machen. Ich habe mich für das Berufsfeld „Werbetexter“ entschieden, da es mir am geeignetsten für mich erschien. Man ist an bestimmte Vorschriften gebunden, kann nicht komplett frei schreiben, darf aber auch seine subjektive Meinung einbringen, ganz im Gegensatz zur Zeitung.



Was ist ein Werbetexter?
Werbetexter (auch „Texter“ oder „Copywriter“) ist eines der klassischen Berufsbilder in Werbeagenturen. [...] Die Aufgabe ist die wirkungsvolle sprachliche Gestaltung eines Werbemittels (u. a. Plakat, Anzeige, Broschüre, TV-Spot, Funk-Spot, Online-Werbemittel). Darüber hinaus entwickelt er das Konzept und die Ideen für einzelne Werbemittel oder komplette Werbekampagnen.“ Quelle: wikipedia.de

Bedeutet im Klartext: Headline, Subline und Copy (Fließtext) verfassen. Und dabei möglichst alle Informationen, die man vom Auftraggeber bekommen hat, einbauen. Klingt einfacher, als es ist. Als Werbetexter muss man mit Kritik klarkommen, der erste Entwurf musst oft komplett verworfen und neugeschrieben werden. Und Werbetexter brauchen Geduld. Die passende Headline zu finden dauert seine Zeit, sie muss kreativ klingen, neckisch und den Leser neugierig machen.


Wie wird man Werbetexter?
Hier gibt es nicht den „einen“ Weg. Viele Werbetexter studieren ganz klassisch, bevor sie irgendwie in das Berufsfeld reinrutschen. Es gibt allerdings auch die Ausbildung zum Werbetexter, zum Beispiel an der Texterschmiede in Hamburg oder beim KreativKader in Stuttgart oder Düsseldorf. Morgens ist man in einer Agentur und arbeitet und an drei Tagen in der Woche sitzt man abends im Unterricht und lernt, wie genau man textet und worauf man achten muss.

Mein Praktikum


Ich hatte das Glück, durch eine befreundete Autorin ohne große Probleme den Praktikumsplatz zu bekommen. Schon beim Vorstellungsgespräch war ich begeistert von der Atmosphäre, die in der Agentur geherrscht hat und ich wusste genau: Hier bist du richtig!
Als das Praktikum Anfang September schließlich angefangen hat, war ich ein wenig nervös, weil ich nicht wusste, was mich erwarten würde. Die Nervosität war vollkommen unbegründet: die Kollegen integrierten mich sofort in ihr Team, ich bekam einen eigenen Arbeitsplatz und sofort die ersten Aufgaben. 


Von TagesTeasern schreiben über Inhaltsverzeichnis verfassen, einen kurzen Text für eine Weihnachtskarte ausdenken oder Fragen für ein Interview recherchieren war alles dabei und ich erfuhr am eigenen Leib, was es hieß, Werbetexter zu sein. Das Highlight für mich war, dass mir am dritten Tag angeboten wurde, einen kurzen Artikel über Badminton, genauer, einen dänischen Badmintonspieler und drei Badmintonschläger, zu schreiben. Die Aufgabe war schwerer als erwartet und bis die Copy stand, waren Stunden vergangen. Erst nach und nach wurde mir bewusst, auf was es ankommt, wie man die Informationen miteinander verknüpft und was als wichtig erachtet werden muss. Sätze wurden herausgestrichen, Sätze wurden eingefügt, es wurde korrigiert und umgeschrieben, bis der Text schließlich fertig war. Was noch fehlte, war eine passende Headline. Hier fiel mir nicht sofort etwas ein, aber ich hatte ja noch einige Tage Zeit. Bis der Geistesblitz kam, dauerte es kürzer als erwartet und schließlich sah ich das erste Layout der Seite, auf der mein Artikel zu finden sein würde. Und ich war begeistert.

Die letzten Tage vergingen wie im Flug und ich fand es sehr schade, dass das Praktikum so schnell vorbei war. Aber in dieser einen Woche habe ich wahnsinnig viel erfahren, neue Leute kennengelernt und zum ersten Mal richtig gearbeitet.
Ich kann mir durchaus vorstellen, später Werbetexter zu werden, weil es sehr viel Spaß gemacht hat, die Texte zu schreiben und sich mit jedem Text zu verbessern.

Wenn ihr also noch nicht wisst, was ihr später werden wollt, kann ich euch Praktika nur empfehlen. Jetzt freue ich schon, wenn ich die gedruckte Ausgabe des Sport-Magazins in den Händen halten kann J




Kommentare:

  1. Danke, dass du hier über das Praktikum berichtest :)
    An Werbetexter als Beruf habe ich irgendwie noch gar nicht gedacht... Momentan denke ich auch immer mehr darüber nach, wie es nach der Schule weitergehen soll, auch wenn ich noch ein Jahr länger vor mir habe als du. Deinen Post fand ich auf jeden Fall schon einmal sehr gut informativ und ich habe auch schon darüber nachgedacht, in den Ferien einfach mal ein Praktikum zu machen :)

    Liebe Grüße
    Chrisi

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    1. Der Beruf ist nicht so wahnsinnig bekannt, ich habe davor auch noch nie etwas davon gehört ;)
      Die Zeit bringt die Wahl. So dumm es klingt, es kommt irgendwann ein Moment, wo du den oder den Beruf entdeckst und denkst: Oh, das will ich werden. Und Praktika sind wirklich eine gute Möglichkeit, den eigenen Horizont zu erweitern und Berufe kennenzulernen. Hättest du Interesse an einem Post darüber, welche Seiten mir bei der Entscheidung geholfen haben bzw wo man mehr über Sachen nach dem Abi erfährt? Mein Blog wird immer mehr zum "Lebens".-Blog, also warum nicht :D
      LG Sophia ♥

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    2. Oh ja, so einen Post fände ich klasse und hilfreich! :)

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