Montag, 23. November 2015

# 4 Von der Idee zum fertigen Buch: Plot

Quelle: pixabay.com
Mit dem Erstellen der Welt kommt den Autoren meist schon eine grobe Handlung in den Kopf. Protagonist A trifft auf Protagonist B, sie müssen einen Antagonisten bekämpfen. Am besten fängt man an, indem man die Handlung des Romans in einem einzigen Satz zusammenfasst: „Nuria hat ihre Eltern verloren und wird von den Männern des Herrschers verfolgt, weshalb sie diesen töten will.“ Dann hat man schon einmal das Grundgerüst.
Ein Plot beinhaltet die grobe Handlung des Manuskriptes, praktisch den roten Faden. Er hilft dem Autor, sich zu orientieren und weniger Logikfehler zu machen.
Natürlich kann man auch ganz ohne Plot einen Roman verfassen, also praktisch einfach drauf los schreiben. Aber das ist vor allem bei einer komplexeren Handlung nicht sehr empfehlenswert. Während dem Verfassen eines Plots werden dem Autor die meisten Sachen klarer: Schreibe ich in der Ich- oder Er-Perspektive, wie viele Kapitel soll mein Roman beinhalten, soll er in mehrere Teile aufgeteilt werden, also: „Wie ist mein Roman konstruiert?“
Oder, um es ganz extrem zu sagen: Soll es ein Einzelband, eine Trilogie oder eine Reihe werden? All das sind Sachen, über die man sich noch vor dem Schreiben im Klaren sein sollte.
Zurück zur Handlung: Es ist wichtig, dass im gesamten Roman ein roter Faden erkennbar ist, was bedeutet, dass die Handlung linear aufgebaut ist. Wenn es immer wieder Rückblenden gibt, müssen diese ins Geschehen passen und irgendwann erklärt werden.

Im Prinzip kann man seine Handlung nach einem bestimmten System aufbauen: Zuerst eine kleine Einführung, der Leser wird in eine Situation hineingeworfen und muss sich mit den Charakteren anfreunden, sich in der Welt „einleben“ und so einen groben Überblick bekommen. Oft entscheidet das erste Kapitel, ob man weiterlesen will oder nicht, weshalb es Fragen aufwerfen muss und nicht alles erklären sollte. Die Handlung danach steigert sich, es kommen neue Personen hinzu, ein Plottwist (unvorhersehbare Wendung, Überraschung). Irgendwann wird dem Leser das Problem erklärt, also der Hauptkonflikt. Diesen Konflikt muss der Protagonist nun möglichst gewitzt lösen, dabei sollte er nicht zu souverän vorgehen und auch auf unerwartete Schwierigkeiten treffen. Er soll es ja nicht zu leicht haben.
Diese grobe Handlung schreibt man sich im Plot auf, meistens in Stichworten. Am wichtigsten ist vor allem das Ende, da der Autor wissen muss, worauf das ganze hinausläuft und wie er seine verschiedenen Handlungsstränge verbinden muss, um am Ende des Schreibens das Finale zu erhalten. Professionelle Autoren haben auch alternative Enden im Kopf, falls sich die Handlung auf eine unerwartete Weise verändert und das ursprüngliche Finale nicht mehr stimmt,
Es ist nicht schlimm, wenn es im Plot Lücken gibt. Im Nachhinein können immer noch Änderungen in den Plot eingefügt werden, generell ist er nur als eine grobe Orientierung gedacht. Am Ende muss man überprüfen, ob die Logik des Plots stimmt, ob das ganze schlüssig und nachvollziehbar ist und ob für bestimmte Handlungen der Protagonisten noch eine gute Erklärung benötigt wird.
Jetzt sollte der Zeitpunkt sein, an dem jedem Autor bestimmte Fragen kommen: Wie nennt man die Teile eines Schwertes? Wie sah das Leben damals im Mittelalter aus? Ich möchte über einen Virus schreiben. Ist das alles genetisch überhaupt möglich? Da die Handlung so realistisch wie möglich sein soll, kommt ein Autor meistens um die Recherche nicht herum. Aber sobald der grobe Plot steht und der Autor damit zufrieden ist, geht es ans Schreiben.

Wie sieht eure Meinung zum Thema Plot aus? Schreibt ihr mit oder ohne?

Morgen: Der Schreibprozess

Kommentare:

  1. Hallöchen,
    also bei HC1 hab ich viel zu viel geplottet. Da hatte ich die Gespräche teilweise schon stichpunktartig, bevor ich überhaupt mit dem Schreiben angefangen habe. Da macht das dann natürlich überhaupt keinen Spaß mehr.
    Jetzt plotte ich mit Karteikarten. Ich schreibe auf jede Karteikarte, was im jeweiligen Kapitel passieren soll. Das lässt mir dann noch genug Raum. Sogar mehr als ich eigetlich wollte :D

    Liebste Grüße,
    Kate ♥

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    1. Liebe Kate,
      teilweise zu plotten finde ich eine gute Zwischenlösung. Anfang und Ende, sowie einige groben Szenen, die praktisch einen Rahmen für die Haupthandlung bilden, sollten stehen (im Nachhinein kann man die immer noch anpassen). Den Rest, also alles, was irgendwie dazwischen passiert, plane ich während dem Schreiben und es kann auch gut sein, dass da alles wieder über den Haufen geworfen wird. Aber genau das macht ja das Schreiben aus; dass es so viele Möglichkeiten gibt :)
      Und das mit den Karteikarten hört sich gut an. Habe ich auch schon öfters gelesen. Mache ich dann vermutlich beim nächsten Projekt :)

      LG Sophia ♥

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