Donnerstag, 26. November 2015

# 7 Von der Idee zum fertigen Buch: Verlag - ja oder nein?

Quelle: pixabay.com
Wenn man komplett mit dem Manuskript fertig ist, es immer und immer wieder korrigiert hat, kommt der finale Schritt: Möchte ich es wagen und das Manuskript einem Verlag geben? Möchte ich der Öffentlichkeit mein Werk präsentieren?
Wenn dem so ist, geht es weiter.
Man hat heutzutage sehr viele Möglichkeiten, sein Manuskript an den Mann zu bringen. Zum einen wäre da das Selfpublishing. Beim Selfpublishing sucht man sich einen Anbieter z.B. Createspace, der sein Buch druckt. Man muss sich allerdings selbst um die Korrektur kümmern, um das Cover, um alles, was sonst der Verlag macht. Dieser Weg ist sehr mühsam, da man wirklich alles selbst machen muss, aber auch Selfpublisher haben heutzutage Erfolg.
Die zweite Möglichkeit sind die Agenturen. Viele bekannten Autoren werden von Agenturen vertreten. Man schickt sein Manuskript an eine Agentur und dieser Agent versucht dann, sofern ihn das Manuskript interessiert, es den Verlagen anzubieten und auch einen geeigneten Verlag zu finden. Er handelt die Konditionen des Vertrages aus, bekommt aber auch im Gegenzug 10 – 20% vom erwirtschafteten Honorar des Buches. Agenten bekommen meist mehr Manuskripte zugesandt, als sie vermitteln können und deswegen gibt es auch unter ihnen sogenannte schwarze Schafe, die Gebühren für das Annehmen von Manuskripten verlangen. Von diesen sollte man meist die Finger lassen.
Autoren sind in gewisser Weise abhängig von ihren Agenten, aber diese sind auch eine Chance, an größere und seriöse Verlage heranzukommen. Agenten sind also nicht grundsätzlich schlecht.

Die dritte Möglichkeit ist die ganz klassische: Man schickt seinen Text an einen Verlag und wartet auf eine Antwort, wartet, ob man angenommen wird. Ich werde nur auf diese Möglichkeit eingehen, da sie am meisten genutzt wird.

Man weiß jetzt, dass man sein Manuskript an einen Verlag schicken möchte. Aber es gibt so viele Verlage in Deutschland, dass es lange dauern kann, bis man den richtigen findet. Als erstes sollte man sich an seinem Bücherregal orientieren: Was für Verlage finde ich dort? Man wird vermutlich auf die größten Verlage wie CARLSEN, Loewe oder HEYNE stoßen. Es ist jedoch nicht prinzipiell falsch, sich dann auch über diese zu informieren.
Das Internet ist voll von Foren, in denen über Verlage diskutiert wird. Recherche ist also angesagt, dann wird man einige Verlage finden, die einen von der Homepage her ansprechen und die auch genau das Genre des Manuskriptes verlegen. Man sollte sich gut informieren, wie der Verlag arbeitet, was zusätzlich zum Manuskript beim Einsenden verlangt wird und wie die Meinungen zu dem Verlag sind. Denn auch bei den klassischen Verlagen gibt es einige, die Geld für die Veröffentlichung verlangen. Wie bei den Agenturen: Sogenannte Schwarze Schafe. Sie loben das Manuskript in höchsten Tönen und verlangen am Ende mehrere tausend Euro für eine Auflage von gerade mal zweihundert Büchern. Diese sind jedoch die Ausnahme.
Wenn man sich zwei bis drei Verlage ausgesucht und sich über deren Herangehensweise informiert hat, kommt der nächste Schritt: Das Exposé.

Jeder Verlag fordert von einem Autor, dass er ein Exposé verfasst und es zusätzlich zum Manuskript mitschickt. Das Exposé ist praktisch das Präsentieren des Buches und in vier Teile aufgeteilt: Zunächst die Konzeptionellen Gedanken, bei denen geschildert wird, welches Genre der Roman hat, wer seine Zielgruppe ist. Natürlich muss dazugesagt werden, wie viele Seiten das gesamte Manuskript umfasst, in welcher Zeit und wo das Geschehen spielt. Wahlweise kann man auch noch das Alter der oder des Protagonisten angeben.
Der zweite Abschnitt ist der Inhalt. In einem Exposé wird der gesamte Inhalt des Romans dargestellt, meist zusammengefasst auf eine bis zwei Seiten. Auf keinen Fall mehr, außer auf der Verlagshomepage werden drei Seiten verlangt. Präsens ist Pflicht!
Natürlich dürfen weniger wichtige Sachen weggelassen werden, der Inhalt sollte aber spannend geschrieben werden, da der Verlag meist erst das Exposé liest und dann entscheidet, ob sie sich dem Manuskript widmen. Die Mitarbeiter entscheiden meist anhand des Exposé, ob der Roman Potenzial hat oder nicht.
Danach schreibt der Autor einen kurzen Abschnitt über sich selbst, wie er mit dem Schreiben begonnen hat, was er in seiner Freizeit macht, etc. Da gibt es viele Möglichkeiten.
Zum Schluss adressiert man den Verlag selbst; dass man sich über eine Antwort freuen würde und gewillt ist, die vom Verlag kritisierten Dinge umzusetzen. Ähnlich wie bei einem Bewerbungsschreiben.

Zusätzlich zum Exposé verfasst man ein Anschreiben, in dem man kurz den Inhalt seines Romans zusammenfasst und erzählt, wieso gerade dieser Roman angenommen werden sollte. Wenn man mit Exposé, Anschreiben und Manuskript fertig ist, kann man alles abschicken. Per Post oder digital kommt immer drauf an, was verlangt wird. Auch hier heißt es wieder: Sich auf der Homepage informieren.

Nach 2-6 Monaten sollte man im Normalfall eine Antwort erhalten haben. Entweder man ist angenommen, oder man wurde abgelehnt. Deswegen ist es auch immer hilfreich, sein Manuskript an mehrere mögliche Verlage zu schicken.


Exposé - das Grauen eines jeden Autors. Soll ich dazu einen extra Post schreiben? 
Was für Erfahrungen habt ihr mit Self-Publishing oder Verlagen?

Morgen: Antwort vom Verlag

Kommentare:

  1. Hallöchen,
    ich fände einen Beitrag zum Exposé wirklich toll, weil ich davor auch ganz schön Angst habe und gar nicht weiß, wie ich anfangen und was ich überhaupt machen soll.

    Liebste Grüße,
    Kate ♥

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    1. So wahnsinnig schlimm ist das gar nicht, vorausgesetzt, man hat davor geplottet. Mit dem Plot hat man schon mal eine gute Grundlage und es gibt ein paar Sachen, auf die man achten muss. Aber an sich geht es wirklich.
      Aber dann plane ich mal einen Post zu dem Thema. Wurde auch schon früher mal angefragt ;)

      LG Sophia ♥

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