Sonntag, 29. Mai 2016

[Mr. Robot] - Bin ich ein Serienjunkie?

Titel: Mr. Robot 
Originaltitel: Mr. Robot
1+ Staffeln
seit 2015

Inhalt:
Der junge Programmierer Elliot Alderson ist alles andere als normal: Er ist ein Hacker und einer der besten noch dazu. Aus diesem Grund wird er von dem mysteriösen Mr. Robot angeworben, um gegen die verseuchte Gesellschaft vorzugehen. Beginnen wollen sie mit dem Hacken der Firma, für die Elliot arbeitet. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion immer mehr und Elliot findet sich in einem perfiden Spiel seiner eigenen Wahrnehmung wieder.


Meine Meinung: 
"Mr. Robot" ist anders als alles, was ich davor geschaut habe. Die Serie ist wirklich etwas Besonderes, was nicht nur an dem Protagonisten liegt. Elliot Alderson (Rami Malek) verkörpert den Programmierer mit der angedeuteten Persönlichkeitsstörung wahnsinnig realistisch. Elliot lebt am Limit, er hat wenig Freunde, nimmt Drogen – und er hackt jeden, den er kennenlernt. Dieses Hackerleben wird in allen Facetten beleuchtet, nicht nur werden die typischen Klischees bedient, auch neue Aspekte und die Abgründe eines solchen Lebens werden gezeigt. Die Grenze zwischen seinem Geschäftsleben als Programmierer und seinem Freizeitleben als Hacker wird klar gezogen, zumindest am Anfang. Irgendwann verschwimmt auch diese, so wie auch alles andere. (Ein Geheimtipp: Schaut euch die Serie in der OV an. Die Stimme von Rami Malek und die Stimmung, die er damit rüberbringen kann, ist einzigartig!)
In „Mr. Robot“ spielen nur sehr wenige Charaktere eine wirklich wichtige Rolle – es gibt sozusagen einen inneren Kreis, aber diese werden alle sehr gut beleuchtet und dargestellt. Außerdem findet bei allen von ihnen eine Wandlung statt, die krasser nicht sein könnte. Auch kleinere Charaktere bekommen irgendwann größere Rollen, was ich persönlich sehr interessant finde.
Der Spannungsbogen wird immer aufrechterhalten, in nahezu jeder Folge gibt es kleinere Details, die dem großen Ganzen dienen und erst beim Zurückerinnern wieder in das Gedächtnis des Zuschauers kommen – à la: da war mal was, stimmt. Vor allem das Ende hat mir sehr gut gefallen, weil die letzten beiden Folgen die Sicht auf die gesamten vorherigen Folgen komplett verändern und der gesamte Rahmen noch unwirklicher wird, als er so schon ist. Hier tun sich die Abgründe der Charaktere auf, Geheimnisse, die man nur geahnt hat, werden enthüllt oder auch widerleg. Außerdem gibt das Ende sehr viel Raum für Spekulationen und ich kann die zweite Staffel kaum erwarten.
Die Serie ist sehr besonders, da Elliot die ganze Zeit zu einer imaginären Person in seinem Kopf – also dem Zuschauer – spricht. Das schafft Nähe und man kann mit dem Protagonisten noch mehr mitfühlen, als man es ohnehin schon tut. Die Serie besteht aus vielen Handlungssträngen, die alle mit bestimmten Personen verbunden sind und am Ende alle zusammenführen.

„Mr. Robot“ glänzt durch extrem genau ausgearbeitete Charaktere und eine Handlung, die ihresgleichen sucht. Die undeutliche Grenze zwischen Wirklichkeit und Fiktion erinnert an „Total Recall“ und ist doch unter einem komplett anderen Aspekt eingearbeitet. Der Fokus der Serie liegt auf Elliot und seiner Veränderung durch äußere Einflüsse – und das ist so realistisch dargestellt, dass der Zuschauer mehr als einmal den Atem anhält. In „Mr. Robot“ werden die Genres Drama und Thriller grandios vereint – eine absolute Empfehlung!

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