Mittwoch, 25. Mai 2016

★ Schreibnacht Offline-Treffen #3 ★

von links: Franzi, Sophia, Laura, Philip, Veronika, Pia

Wenn ich den Tag zusammenfassen müsste, würde etwas heraus wie „Der Tag, an dem wir über die Farbe von Notizbüchern diskutierten, Bücher als Babys bezeichnet wurden, Tees nach Heu rochen und ein seltsamer Professor Lachkrämpfe auslöste“. Aber alles auf Anfang.


12 Uhr, Stuttgart, Hauptbahnhof. Der übliche Treffpunkt, und doch war es dieses Mal irgendwie anders. Zu unserer kleinen, aber feinen Truppe stießen zwei weitere Mitglieder hinzu: Veronika, die ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit kenne, und Franziska, welche auf dem letzten München-Treffen von unserem Offline-Treffen erfahren hat. Nachdem man sich bekannt gemacht hat und die anderen – Pia, Lily, Philip, Laura – dazugestoßen sind, konnte es schon losgehen. Nächster Halt: Milaneo. Ja, genau, dieses riesige Einkaufszentrum, in dem man sich mehr schlecht als recht zurechtfindet, aber schließlich haben wir ihn doch gefunden: den Osiander, der uns unsere Bücherwünsche erfüllen sollte. Nur, dass es nicht wirklich dazu gekommen ist. Die Auswahl war nicht so prickelnd, der Buchladen viel zu klein und von der Größe der ‚english books‘ Sektion möchte ich gar nicht anfangen. Und trotzdem haben wir uns einige Zeit dort aufgehalten, was auch einer Diskussion über Game of Thrones geschuldet war, die irgendwann zwischen Franzi, Lily und Pia ausgebrochen ist – natürlich inklusive Spoiler. Und Diskussionen über ein Notizbuch, wessen Farbe nicht zu definieren war: Grün mit einem Gelbstich, oder Gelb mit einem Grünstich? Das sorgte auch noch später für Redebedarf.



 Kurzfristig wurde beschlossen, dass wir noch zum Wittwer gehen, und so machten wir uns auf den Weg. Die ersten Bücher waren schon gekauft, aber es sollten noch mehr werden – viel mehr.
Wir hielten uns eigentlich nur in der ‚english books‘ Abteilung auf, diskutierten über Buchcover, Coverkäufe und eine äußert lächerliche Erotikszene des bekannten Autors Markus H. In diesem Fall wäre weniger auf jeden Fall mehr gewesen. Dieser Satz passte auch hervorragend, als Philip mit seiner Ausbeute aus der Krimi-Abteilung zurückkam: stolze 5 (oder waren es 6?) Bücher hatten den Weg zu ihm gefunden und auf unsere staunenden Blicke antwortete er nur: „Die habe ich alle noch nicht Zuhause.“ Was passieren würde, wenn ich allein alle Bücher auf meiner Wunschliste kaufen würde, wollen wir uns an dieser Stelle am besten nicht weiter ausmalen. Zumindest ein Buch wanderte in meine Tasche: Miss Peregrines Home for Peculiar Children.
Leider mussten wir jetzt schon Lily verabschieden, viel zu früh. Und doch war es toll, dass sie dabei war. Wir machten uns also nur noch zu sechst mit dem Bus auf den Weg zum Café List, wo wir reserviert hatten und den Nachmittag verbringen würden. Die Konversation „Los, der Bus steht da an der Ecke“ – „Das reicht eh nicht mehr. Wir laufen langsam.“ – Pia rennt los – „Pia, wir verpassen den Bus trotzdem“ wurde mehr als einmal geführt. Langsam wurde Philip das Ausmaß seines Bücherkaufs bewusst, denn inzwischen hatten sich bei ihm 8 (oder 9?) Bücher angesammelt, dazu noch ein Laptop, die er mit sich herumtragen durfte. Der Vergleich von Büchern mit Babys kam auf, ebenso wie die Idee, in Bussen und Bahnen Werbung für Bücher zu machen. Und Philip wäre nicht Philip, wenn er nicht das auch ausprobiert hätte – mit mäßigem Erfolg.

Dann endlich kamen wir in dem Café an und waren positiv überrascht, sowohl von der Location an sich als auch von der Speisekarte. Denn an Wochenenden kann man dort bis 15 Uhr frühstücken, was wir auch nutzten. Waffeln mussten her – allerdings war der Teig leider aus. Am Ende wurden es Chai Latte, Tee, der, Franzis Meinung nach, nach Heu roch und Trinkschokoladen. Dazu Kuchen und später eine Käseplatte und Orangensaft. Wir waren uns erstaunlicherweise sehr einig, was die Wahl des Essens anging, sodass am Ende vier Käseplatten auf dem Tisch standen. Die Gespräche übers Schreiben und über bisherige Veröffentlichungen wurden weitergeführt, danach kam das obligatorische Vorlesen der eigenen Texte.



Und der Wunsch, genauso poetisch schreiben zu können wie bestimmte Personen am Tisch *hust* Laura, Franzi, *hust*.
Die Zeit verging wieder viel zu schnell und um halb sechs fuhren wir zurück zum Hauptbahnhof, wo wir uns schon wieder von Veronika und Franzi verabschieden mussten. Es war toll mit euch, danke, dass ihr da wart ♥

Die Gruppe schrumpfte immer weiter und schließlich machten wir uns zu viert auf den Weg zur Stadtbibliothek, wo wir den Abend ausklingen ließen. Eigentlich war unser Plan, zu schreiben und zu korrigieren, aber das klappte eher so mäßig.  Wir waren zu sehr abgelenkt von einem ‚Professor‘, der hinter uns saß und sich sehr intensiv mit seinem Laptop zu beschäftigen schien. Ein perfekter Charakter für einen Roman war geschaffen, oder etwa nicht? Ich machte einen Abstecher in die Fantasy-Abteilung und lieh mir vier Bücher aus, unten wurde weiter über diverse Schreibszenen und Fehler diskutiert. Nach sagenhaften 500 Wörtern, die ich trotz der Ablenkung zustande gebracht hatte, wurde es dann auch für die Anderen Zeit, sich zu verabschieden. Auf dem Weg zum Bahnhof stellte Philip die gewagte These auf, dass meine ausgeliehene Bücher weniger wiegen würden als seine gekauften. Die Diskussion wurde nicht weitergeführt, da wir uns unbedingt noch etwas zu trinken kaufen mussten.
Und dann war er schon da: der Abschied. Philip und Laura warteten am Bahnhof auf ihre Züge und Pia und ich machten uns auf den Weg nach Hause, mit der Bahn.

Es war ein wunderschöner Tag, bei dem auch das Wetter mitgespielt hat. Ein tolles Café, tolle Bücher und tolle Leute – was will man mehr? Geplant ist, dass die Treffen regelmäßiger stattfinden, ich bin also sehr gespannt, wen wir nächstes Mal begrüßen dürfen ♥

1 Kommentar:

  1. Ein wunderschöner Bericht! <3 So schade, dass ich nicht den ganzen Tag dabei war!

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