Mittwoch, 11. Mai 2016

Was ich vom Schreiben gelernt habe

Quelle: pixabay.com

Die liebe Steffi von Fieberherz hat vor geraumer Zeit einen Artikel mit eben jenem Titel geschrieben. Und da ich die Idee so gut fand, habe ich mich dazu entschlossen, auch einen Post über dieses Thema zu verfassen.

Ich schreibe inzwischen seit 2009. Das sind unglaubliche fünf Jahre, in denen sich so viel verändert hat. In denen ich so vieles gelernt habe. Nicht nur über das Schreiben, sondern auch über das Leben. Und genau darum soll es heute gehen.

1. Hör auf dein Herz.
Puh, das ist ein Statement. Schreiben ist ein Labyrinth, bei dem man das Ende nicht kennt. Da kann die Handlung noch so gut geplant sein, irgendwann hat man zwei oder mehrere Wege, wie sie fortgeführt werden kann. In diesem Fall ist es wichtig, sich zu entscheiden. Und hier kommt das Herz ins Spiel. Wenn du auch nur einen Funken Zweifel hast, Variante A zu schreiben, lass es. Beschäftige dich mit Variante B, möglicherweise kannst du Variante A irgendwann anders einbauen.
Eine Lehre, die mir auch im Leben weitergebracht hat. Ich habe gelernt, Nein zu sagen. Auf mein Herz zu hören.


2. Klischees sind gut. Aber in Maßen.
Klischees, wie Bad Boys oder die Verwandlung von einer grauen Maus zur Retterin, sind heutzutage aus der Buchwelt nicht mehr wegzudenken. Auch, wenn sie zumeist verpönt sind. Deswegen komme ich auch nicht darum herum, nachzudenken, ob sie sich für meinen Roman eignen. Ich habe festgestellt, dass es zwei Seiten gibt: Diejenigen, die Klischees hassen, sich dann aber aufregen, wenn die Handlungen des Jungen nicht nachvollziehbar sind, und diejenigen, die Klischees sehr gerne lesen, solange sie gut umgesetzt sind. Ich versuche immer einen Mittelweg zu finden. Vom Ausgangspunkt des Klischees zu einer eigenen Kreation.

3. Schwimme gegen den Strom.
Nur, weil Dystopien gerade sehr gut verkauft werden, heißt das nicht, dass du eine Dystopie schreiben musst. Mach das, was du willst. Mach das, auf das du Lust hast und lass dich von niemandem zwingen, ein Buch zu schreiben, weil das Thema gerade angesagt ist.
4. Habe den Mut, alle Planung über den Haufen zu werfen.
Das bezieht sich nicht nur aufs Schreiben, sondern auch auf das alltägliche Leben. Ich bin jemand, der sehr viel plant und nur dann wirklich produktiv sein kann, wenn ich alles abhake.
Wenn der Plot bei einem Projekt nicht wirklich gepasst hat, habe ich mich gezwungen, ihn abzuarbeiten. Bin nicht weit gekommen.  Beim Schreiben können sich neue Ideen entwickeln und selbst wenn sie nicht in den Plot passen, übernimm sie. Spontaneität ist das Beste, was deinem Roman passieren kann.

5. Wissen ist gut, Recherche ist besser.
Ja, wer kennt diese Situation nicht: Man sitzt vor dem Manuskript und überlegt, wie lange diese Wunde zum Heilen braucht. Mit was sie am besten behandelt wird. Wie denn diese verdammte Straße in xy heißt.
Ich muss zugeben, ich habe mich immer sehr vor der Recherche gedrückt. Habe lieber mit Halbwissen geglänzt und versucht, alles so gut es möglich war zu umschreiben. Hat leider nicht immer geklappt. Deswegen ist es wichtig, zu recherchieren. Und das vorher. Du weißt meistens, um was es in deinem Roman gehen soll, wo er spielt. Dann weißt du auch ganz genau, welche Fragen irgendwann aufkommen könnten. Und keine Angst, falls du irgendwelche vergisst: Während dem Schreiben hast du genug Zeit, um mal kurz Mama Google zu Rate zu ziehen.

6. Den Wert des Geschriebenen anerkennen.
„Wer will das denn lesen?“ „Was, du steckst da so viel Zeit rein? Das wäre mir zu anstrengend.“
Ja, Schreiben ist anstrengend. Schreiben ist manchmal zum Haareraufen, zum Heulen, wenn du deinen Plot ändern musst oder du negatives Feedback bekommst. Aber das, was da vor dir, schwarz auf weiß steht, ist dein Werk. Sind deine Gedanken. Gedanken, die nur du hattest. Niemand anderer – und das auch, wenn du dich von anderen hast inspirieren lassen. Trotzdem dein Eigentum.
Ich musste lernen, nicht enttäuscht zu sein, wenn ich am Tag „nur“ 300 Wörter geschafft habe. Oder vielleicht gar nichts geschrieben habe. Ich habe etwas getan, bin meinem Traum ein Stück näher gekommen. Und auch in kleinen und langsamen Schritten kommt man zum Ziel.



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