Dienstag, 31. Januar 2017

#Autorenwahnsinn - Woche 4


Tag 23: Allgemeine Inspiration.
Alles. So einfach ist das. Wenn ich Musik höre, wenn ich etwas lese. Serien schaue. Fotografie. Meine Umgebung, also Landschaften oder auch Menschen beobachte. Wenn ich zulasse, dass ich inspiriert werde, dann werde ich von absolut allem inspiriert. Zuletzt hat mich Sherlock inspiriert.

Tag 24: WIP – Work in Progress.
Mein aktuelles Projekt ist ATLAS. Ein Projekt, das immer mehr zum Herzensprojekt wird, obwohl ich seit Ewigkeiten nicht mehr daran gearbeitet habe. Aber immer, wenn ich es wieder durchlese, merke ich, wie anders es ist als alles, was ich sonst schreibe. Und wie sehr ich das liebe!
Es ist sehr schwer zu beschreiben, da es so kompliziert ist, nur soviel: Zwei verschiedene Welten, Philosophie und nur fünf Charaktere - naja, vielleicht auch zehn.

Donnerstag, 26. Januar 2017

"Incarceron" von Catherine Fisher


INCARCERON
Catherine Fisher
Firebirdbooks, 2007
442 Seiten


„Finn wächst in Incarceron auf, einem Gefängnis mit riesigen Metallwäldern, endlosen Weiten und verfallenen Städten. Eine Welt voller Gewalt und Misstrauen – aus der niemand entkommen kann. Und doch kann Finn mit Claudia Kontakt aufnehmen: Sie lebt außerhalb von Incarceron und ihr Vater ist der Gefängnishüter. Doch auch ihr Leben ist nicht perfekt und so wie sie Finn zur Flucht aus dem Gefängnis verhelfen will, hilft er ihr, aus ihrem goldenen Käfig, der ihr Leben darstellt, zu entfliehen. Doch ihr größter Feind ist Incarceron selbst – denn das Gefängnis lebt und geht bis zum äußersten, um Finns Flucht zu vereiteln.“


Montag, 23. Januar 2017

31 Tage Autorenwahnsinn - Woche 3


Tag 16: Dein/e Notizbuch/bücher.


Das sind einfach viel zu viele. Auf diesem Bild sind die meisten zu sehen, aber ich weiß von mindestens einem, das ich vergessen habe. Nein, eigentlich sind es zwei. Oder drei?
Die rechten Notizbücher sind alle noch unbenutzt und warten nur darauf, beschrieben zu werden. Ich habe auch schon ein paar Ideen, mit was ich sie füllen könnte.
Die linken Notizbücher, aus denen Zettel heraushängen … Ähm, ja. Das sind die Notizbücher zu meinen Projekten. Zu jedem Projekt eines und ich weiß, ich betreibe eine ziemliche Zettelwirtschaft. 
Ich nenne es kreatives Chaos!

Sonntag, 22. Januar 2017

Hinter dem Spiegel

Alex Knight // Unsplash.com

Ich sehe euch.
Ich sehe euch alle.

Das kleine Mädchen, das eine Blume im Haar trägt und im Garten spielt. Den alten Mann, der im Sterben liegt und seinem Sohn die letzten Worte zumurmelt. Sein Gesicht ist von Falten durchzogen und ich habe mich schon oft gewünscht, sie zu berühren. Aber sobald ich meine Hände ausstrecke, oder das, was ihr als Hände bezeichnen würdet, ertaste ich nur eine glatte Glasfläche.
Du fragst dich jetzt sicherlich, wer ich bin. Ich muss dich leider enttäuschen: mein Name tut nichts zur Sache. Es würde dir nicht helfen, ihn zu kennen.
Wichtig ist nur, dass ich euch schon lange beobachte.

Ich sehe das Leid in eurer Welt. Wenn ihr euch eurer eigenen Sterblichkeit bewusst werdet, weil ihr einen geliebten Menschen verliert. Die Angst vor dem Tod. Die Verzweiflung, wenn ihr vom Leben überwältigt werdet und nicht wisst, was ihr tun sollt. Wenn ihr vor Entscheidungen steht, bei denen es kein richtig oder falsch gibt.
Kriege. Hungernöte. Naturkatastrophen.
Hass.
Ihr raubt. Ihr mordet. Ihr lügt einander an. Seid nur auf den eigenen Vorteil aus.
Aber ihr habt auch eine andere Seite.
Ich sehe genauso das Glück in eurer Welt.
Ihr kümmert euch umeinander. Helft denen, die Hilfe brauchen. Erschafft Leben. Kreiert neue Dinge. Seid kreativ.

Ihr seid sterblich. Ihr habt nur eine gewisse Zeit zur Verfügung und doch seid ihr glücklich. Weil ihr den Moment genießt. Weil ihr versucht, die Zeit zu nutzen.

Ich sehe das Mädchen, das aus dem Haus geht. Auch wenn ich ihre Gedanken, ihr Innerstes nicht kenne, weiß ich, dass sie sich unwohl fühlt. Sie hat die Kapuze hochgezogen, die Tasche an ihre Seite gepresst und den Blick gesenkt. Ich möchte sie berühren, ihr Kinn anheben, sodass ich ihr Gesicht sehen kann, aber als ich die Hand ausstrecke, berühre ich nur den Spiegel.
Sie bleibt stehen, eine zweite Person kommt auf sie zu, umarmt sie. Und da ist es: Ihr Gesicht. Sie lacht, aber das Lachen erreicht ihre Augen nicht. Sie gestikuliert, öffnet den Mund, schließt ihn wieder. Ich kann die Worte nicht verstehen. Ihr Gegenüber lächelt ebenfalls, es sieht gezwungen aus. Unnatürlich.
Wer die beiden wohl sind?

Ich habe genug gesehen, wische über die glatte Oberfläche und eure Welt verschwindet.
Ich versuche, mich auf mein eigenes Spiegelbild zu fixieren, aber es verschwimmt. Es ist mir nicht bestimmt, zu sehen, wer ich bin. Ihr wisst, wer ihr seid. Ihr entwickelt euch zu dem, was immer schon in eurem Wesen, tief in eurem Inneren gewohnt hat.

Ich bin nur das Nichts, das Augen und Ohren besitzt.

Montag, 16. Januar 2017

31 Tage Autorenwahnsinn - Woche 2



Tag 9: Ein Autor, den du bewunderst.
Uff, das ist eine schwere Frage. Ich bewundere Marie Graßhoff für ihren wahnsinnig tollen Schreibstil, ihre Kreativität und ihren Ideenreichtum. Ich bewundere Oscar Wilde für seine tollen Märchen.
Es gibt so viele Autoren, die ich bewundere, für die verschiedensten Dinge. Auch viele aus meinem Bekanntenkreis, deren unveröffentlichte Manuskripte ich wahnsinnig liebe. Und nach der letzten Schreibnacht, ist auf jeden Fall ein Autor hinzugekommen, dessen Bücher ist schon sehr lange liebe: Thomas Finn. Ein so sympathischer Mensch, der Meisterwerke erschafft.

Tag 10: Lieblingsort zum Schreiben.
Ganz klassisch mein Schreibtisch in meinem Zimmer. Lichterkette an, Laptop aufklappen, Kopfhörer in die Ohren und losschreiben. In Irland habe ich wahnsinnig gerne unten im Wohnzimmer geschrieben, neben dem Kamin. Es gab nichts besseres.

Tag 11: Lieblingsseite über das Schreiben.
Inzwischen hole ich mir nicht mehr so viele Tipps, weil ich letztes Jahr viel zu wenig Zeit hatte. Aber die Seite Schriftsteller-werden.de und das Schreibnacht-Forum kann ich wirklich nur jedem empfehlen, der sich erst seit kurzem mit dem Schreiben beschäftigt. Und auch für ‚alte Hasen‘ ist immer wieder neues und interessantes dabei.

Tag 12: Ein Zitat aus deinem letzten Manuskript.
Da gibt es einfach viel zu viele – DGdT ist mit so vielen tollen Sätzen gespickt, aber vor allem dieser Satz ist mir im Gedächtnis geblieben:

„Schatten erzählen Geschichten, die gehört werden wollen.“

Tag 13: Entspannung nach dem Schreiben.
Eine Serie, ein Film oder ein gutes Buch. Manchmal sitze ich auch einfach nur am Laptop und schaue Youtube-Videos, bei denen ich nichts denken muss. Da ich meistens abends schreibe, gehe ich dann aber auch öfters gleich ins Bett, weil ich nach dem Schreiben immer total ausgelaugt bin.

Tag 14: Das letzte Buch, das du gelesen hast.
Sofies Welt. Ein Buch über den Sinn des Lebens, philosophische Fragen und ‚Sein oder Nicht-Sein‘. Ein sehr schönes und vor allem informatives Buch, das ich noch mehrere Male lesen möchte.

Tag 15: Ein Buch, das du jetzt liest.
Ich weiß nicht, ob man es als Buch bezeichnen kann, aber mein Vater hat mir ‚Der Papalagi – Die Reden des Südsee-Häuptlings Tuiavii aus Tiavea‘ ausgeliehen. Ein sehr skurriles Buch, das aber mehr Wahrheit enthält, als man am Anfang glauben mag.

Sonntag, 15. Januar 2017

Hinter der Maske

Nicole Mason // unsplash.com


Wie es mir geht? Gut.
Ich spreche das Wort aus, ohne nachzudenken. Ohne auf das zu hören, was in meinem Inneren vor sich geht. Es geht mir immer gut – zumindest ist es das, was ich meinen Gegenüber glauben lassen möchte. Sobald ich aus der Tür trete, streiche ich das Haar zurück. Verberge mein Gesicht unter der Kapuze, um meine Maske nicht aufsetzen zu müssen und mische mich unter die Menschen. Stimmengewirr umhüllt mich, Mädchen mit rosafarbenen Lippen und Strähnen im Haar laufen an mir vorbei. Unbewusst streiche ich durch mein eigenes Haar, ertaste die Überreste der Strähne, die ich vor einigen Wochen darin eingeflochten habe, um zu sein wie sie. Ich habe sie abgeschnitten, wollte nicht, dass sie Teil meiner Maske ist.
Sobald ich das Zentrum erreicht habe, presse ich meine Tasche an den Körper. Meinen Blick habe ich auf den Boden gerichtet, ich bahne mir meinen Weg, ohne die anderen anzusehen. Es geht gut, besser, als ich erwartet habe. Zumindest solange, bis mein Name gerufen wird.

Ich drehe mich um, sehe eine entfernte Bekannte aus der Menge auf mich zukommen. Mein Herzschlag beschleunigt sich, Stück für Stück bildet sich meine Maske. Ich schlage die Kapuze zurück, zeige mein Gesicht. Ich richte mich auf, ziehe die Mundwinkel zu einem Lächeln nach oben und umarme sie, sobald sie bei mir angekommen ist. Sie riecht nach Zimt, ein Geruch, den ich nicht ausstehen kann. „Du riechst gut. Neues Shampoo?“, frage ich und sie lächelt, bedankt sich artig. „Wir haben uns so lange nicht mehr gesehen, wir sollten uns mal wieder treffen.“
Ich möchte sagen „Ich habe dich nicht vermisst, wir waren noch nie gute Freundinnen, haben uns nie gut verstanden. Wieso willst du dich mit mir treffen?“, stattdessen antworte ich: „Sehr gerne. Wir können auch noch die anderen fragen, sie wären bestimmt begeistert.“
Die anderen. Wer damit gemeint ist, ist nicht einmal für mich klar. Vielleicht die alte Clique, die Freunde, mit denen ich mich vor vielen Jahren einmal verstanden habe. Jetzt haben wir uns auseinandergelebt und ich möchte nichts mehr mit ihnen zu tun haben. „Wie wäre es nächsten Montag? Da bin ich sowieso in der Stadt.“
Das Lächeln ist auf meinem Gesicht festgefroren, ich nicke. „Gerne.“
Ich weiß jetzt schon, dass ich nicht erscheinen werde. Eine Ausrede suchen werde. Falls ich erscheine, werde ich hinter meiner Maske bleiben. Nichts sagen von meinen neuen Interessen, meinen neuen Freunden. Ich werde mich im Hintergrund halten und aufmerksam zuhören. Vermutlich nur, um festzustellen, wie unterschiedlich wir alle geworden sind.

„Du hast dich gar nicht verändert.“ Sie stößt ein Lachen aus und für einen Moment beginnt meine Maske zu bröckeln. Sie kann nicht erkennen, was sich dahinter befindet. Ich lasse es nicht zu. Aber ich bin nicht mehr diejenige, die ich vor ein paar Jahren war. Wenn sie das wüsste, würde sie sich nicht mehr mit mir abgeben. Damals hat sie auf Leute wie mich herabgeschaut.
Wieso ich mich nicht von ihr lossage und ihr zeige, dass ich anders bin? Ich weiß es nicht.
„Du auch nicht.“ Dabei ist das Gegenteil der Fall – die Zähne sind noch weißer, das Haar länger. Es ist gefärbt, sie trägt viel zu viel unechten Schmuck. Eine teure Tasche an ihrer Schulter, drei Einkaufstüten in ihrer linken Hand.
Eine unangenehme Stille entsteht. Ich schaue auf die Uhr, entschuldige mich. Murmele etwas von einem Termin und gehe weiter. Entkomme ihren Blicken und setze meine Maske ab, ziehe die Kapuze wieder auf. Laufe noch etwas schneller.
Und mir kommt ein Gedanke, ein Gedanke, der mich zum Nachdenken bringt.
Denn vielleicht trage nicht nur ich eine Maske. Vielleicht trägt auch sie eine.

Samstag, 14. Januar 2017

38. Schreibnacht mit Special Guest Thomas Finn



„Schreiben lernt man zunächst einmal dadurch, dass man schreibt.“
„Ein Testleser, der dir nicht weh tun will, bringt dir nichts.“

Das sind nur zwei Zitate von dem absolut genialen Thomas Finn, der gestern Abend Gast bei der 38. Schreibnacht war.
Ich habe natürlich – wie immer – erst mittags mitbekommen, dass abends eine Schreibnacht ansteht und war spätestens dann begeistert, als Special Guest Thomas Finn angekündigt wurde. Ich habe seine Fantasyromane, angefangen bei ‚Der letzte Paladin‘, verschlungen und ihn schon immer für seinen tollen Schreibstil bewundert.

Montag, 9. Januar 2017

31 Tage Autorenwahnsinn - Woche 1


Der Blog „Schreibwahnsinn“ hat die Challenge 31 Tage Autorenwahnsinn ins Leben gerufen. Jeden Tag posten Autoren ein Bild / einen Beitrag zu einem bestimmten Thema ihres Autorenlebens und lassen andere daran teilhaben.
Da ich es nicht schaffen kann, jeden Tag ein Bild hochzuladen, habe ich mich dazu entschieden, Wochenzusammenfassungen auf diesem Blog zu machen. Die Idee finde ich wirklich gut und ich lese sehr gerne die Beiträge der anderen teilnehmenden Autoren (z.B. Murphy Malone, Lily Magdalena, Juliana Fabula um nur ein paar zu nennen).

Sonntag, 8. Januar 2017

Licht aus, Kopf an

Armando Ascorve // Unsplash.com

Über die Eigenart, sich zu viele Gedanken zu machen.

Das letzte Licht geht aus, ich kuschele mich in meine Decke ein, schließe die Augen. Mein Kopf ist leer. Ich höre Wasser, leise Schritte. Verhaltenes Lachen, das langsam verklingt. Ein Streit, vermutlich Teil eines Filmes. Es wird englisch geredet. Autos rasen vorbei, eine Sirene in der Ferne.
Und dann, als ob es „klick“ gemacht hätte, fängt das Gedankenkarussell an, sich zu drehen. 
Was habe ich morgen vor?
Habe ich heute alles richtig gemacht?
Vielleicht sollte ich die Geschenke jetzt schon besorgen.
Verdammt, ich wollte doch heute mein Zimmer aufräumen.
Was ist, wenn die Nachricht nicht angekommen ist?
Ich schlage die Augen auf, bin hellwach. Starre in die Dunkelheit. Lenke mich mit Musik ab. Versuche, die Tür zu den Gedanken zu verschließen. Und irgendwann, irgendwann, schlafe ich doch ein.

Acht Uhr. Ich mache mich auf den Weg in die Stadt. 
Habe ich nichts vergessen?
Was, wenn es anfängt zu regnen?
Was, wenn ich die falschen Entscheidungen treffe?
Etwas Falsches sage?
Das sind kleinere Sachen. Kleinere Entscheidungen, die mich nicht unmittelbar einschränken und meist keine Auswirkungen haben. Und ich weiß, dass ich mir über solche Sachen keine Gedanken machen muss, mich nicht um alles sorgen sollte. Und mittlerweile klappt das auch ganz gut. Einfach spontan sein, den Kopf ausschalten. Und doch geht es abends im Bett schon wieder los:
Ich muss morgen unbedingt diesen Ordner sortieren. 
Mache ich dieses Praktikum oder nicht?
Welchen Bus nehme ich am besten?

Ich bin jemand, der sich über vieles Gedanken macht. Der nicht einfach mal spontan zu einem Treffen zusagt, sondern erst nachdenkt. Der sich überwinden musste, in der Schule etwas zu sagen und sich die Sätze genau im Kopf zurechtlegte. Ich bin noch immer so, das kann ich nicht einfach abstellen. Kann keinen Schalter umlegen, der das Problem löst. Wenn es überhaupt ein Problem ist. Ich habe gelernt, es zu akzeptieren. Mit der Eigenart, sich über so vieles Gedanken zu machen, zu leben. Denn sich Gedanken zu machen ist nichts Schlechtes. Nichts, für das man sich schämen sollte. Es gehört zu mir, wie auch alles andere. Und das ist gut so.