Sonntag, 5. März 2017

"Die Feuerkämpferin - Tochter des Blutes" von Licia Troisi






Die Feuerkämpferin – Tochter des Blutes
Licia Troisi
HEYNE, 2012
407 Seiten

Kaufen?!

Die Feuerkämpferin – Tochter des Blutes ist der zweite Band einer Trilogie. Spoiler sind enthalten. Hier kommt ihr zur Rezension des ersten Bandes.






"Die Bedrohung durch die Elfen nimmt weiter zu– die Zukunft der Aufgetauchten Welt scheint verloren. Nur Adhara, die Feuerkämpferin, kann sie retten, doch sie ist von einer seltsamen Krankheit befallen, welche ihren gesamten Arm befallen hat und sie kampfunfähig macht. Nur Adrass, der Priester, mit dem alles begonnen hat, kann sie heilen. Dazu benötigt er einen verbotenen Zauber, der sich in einer geheimen Bibliothek befindet. Eine gefährliche Suche beginnt."


Der Roman beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung des ersten Bandes, was ich als sehr sinnvoll erachte, da dieser sehr umfangreich und komplex war. Selbst, wenn etwas Zeit zwischen dem Lesen der beiden Bände liegt, ist man wieder total in der Geschichte drin.
Die Ausgangssituation ist sehr spannungsgeladen, Learco ist tot und Adhara eingesperrt. Die Seuche breitet sich immer weiter aus und niemand scheint ihr Einhalt gebieten zu können. Amhal und San sind verschwunden und die Elfen stehen vor den Toren der Aufgetauchten Welt. Die Situation spitzt sich weiter zu, als auch Adhara krank wird. Durch diese Krankheit macht sie eine unglaubliche Entwicklung durch. Sie ist in einem Zwiespalt, der mehr als deutlich wird: Jetzt, wo sie weiß, wer sie ist und nur aus totem Fleisch besteht, das mit einer Seele verbunden wurde, weiß sie nicht, ob sie weiterleben will. Ob sie weiterleben kann. Aufgrund dieser Situation provoziert sie so einige Konfliktsituationen, kommt jedoch am Ende immer zur Vernunft Es fällt ihr schwer, diese Information zu bewältigen, bis sie sie schließlich akzeptieren kann. Und trotzdem geht mir diese Entwicklung nicht weit genug. Natürlich ist ihre Situation schlimm, aber nur im ersten Drittel des Buches befasst sie sich wirklich damit. Als sie dann auch auf Adrass trifft, der sie erschaffen hat, beginnt sie viel zu schnell, ihm zu vertrauen.
Adharas Beziehung zu Amina wird ausgebaut, was ich sehr gut finde. Denn nicht nur Adhara, auch Amina verändert sich sehr und muss den Tod ihres Vaters verarbeiten. Dadurch, dass der Roman wieder aus verschiedenen Perspektiven geschrieben ist, bekommt man auch Einblick in Dubhes und Theanas Gefühlsleben, was sich in diesem Band als relativ wichtig erweist. Denn auch sie haben geliebte Personen verloren.
Interessant war für mich vor allem Amhal. Jetzt, da er auf der dunklen Seite steht, hat er sich verändert. Durch ein Amulett werden zwar seine Gefühle unterdrückt, ich hätte mir aber trotzdem mehr Lebendigkeit gewünscht – mehr Feuer, das in ihm brennt. Zum Teil konnte ich seine Motivation nicht nachvollziehen, erst am Ende wurde dies besser gelöst. Im Gegensatz zum ersten Band wurde seine Sicht allerdings radikal gekürzt und er kommt nur noch selten vor, obwohl gerade seine Perspektive unglaublich interessant gewesen wäre.

Die Handlung ist weiter spannend, allerdings auch unglaublich vorhersehbar. Der Ursprung von Adharas Krankheit war mir schon nach nur wenigen Seiten klar und die Auflösung dauert dann dementsprechend lange und das zieht sich. Zwar ist ein roter Faden vorhanden, allerdings hatte ich das Gefühl, dass sich die Handlung im Kreis dreht. Dass sie nicht vorankommt, die immer gleichen Probleme besprochen werden, die Szenen zu lang sind. Vor allem die Szene in der Bibliothek – die unglaublich eindrucksvoll beschrieben ist – ist unglaublich langwierig, im Gegensatz dazu war das Ende und das Finale des Bandes viel zu kurz und wurde zu schnell abgehandelt. Es ist auf keinen Fall langweilig oder monoton, aber eigentlich hätte man das Buch um einiges kürzen können. Auch, weil ich kurz darauf den dritten Band gelesen habe, ist mir klargeworden, wie unnötig der zweite Band ist. Leider. Am Ende haben mir Adharas Gedanken und Gefühle gefehlt, vor allem, weil alles darauf hingedeutet hat, dass sie über Amhal hinweg ist, das aber anscheinend doch nicht so ganz stimmt.
Gefallen hat mir, dass die Elfen weiter vorkamen. Ihre Motive wurden ausgearbeitet, der Leser erfährt mehr über dieses Volk und seinem Anführer, trotzdem bleibt noch vieles im Dunkeln.

Die Feuerkämpferin – Tochter des Blutes konnte mich leider nicht so überzeugen wie der erste Band. Eine vorhersehbare Handlung, gefühllose Charaktere und lange Szenen machen es schwer, den Roman zu mögen. Mein Tipp: Die Zusammenfassung am Anfang des dritten Bandes lesen, das reicht eigentlich aus.

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