Sonntag, 12. März 2017

Von Abschieden und Anfängen

Unsplash.com // Justin Roy


Ich sitze hier und starre auf die Unterlagen in meiner Hand. Immatrikulation. Am Montag werde ich die Hochschule betreten und sie hoffentlich erst wieder verlassen, wenn ich meinen Bachelor habe. Ich habe zwölf Jahre Schulzeit hinter mir, da sollten drei Jahre Uni ein Klacks sein. Ich habe so viel durchgestanden, gute Noten geschrieben, schlechte Noten geschrieben. Freunde gefunden.
Aber weißt du was? Ich habe trotzdem Angst. Ich bin nervös. So unglaublich nervös, weil ich nicht weiß, was mich erwartet.
Es ist erst ein Jahr her, dass ich mich von der Schule verabschiedet habe. Erst einige Monate, dass ich Irland hinter mir gelassen habe. Einige Wochen, die seit meinem Praktikum vergangen sind. Ich weiß nicht, ob ich schon bereit bin, mich auf etwas Neues einzulassen. Es ist eigentlich paradox – ich habe mir während der Schulzeit so oft gewünscht, endlich etwas zu machen, was meinen Interessen entspricht. Etwas zu machen, das mir Spaß macht. Und all das verspricht mein Studiengang. Und doch … Ich starre in die Leere vor mir, weiß nichts mit mir anzufangen.
Vielleicht ist es ganz gut, dass ich ins kalte Wasser geworfen werde. Dass ich nicht weiß, was mich erwartet. Aber der Abschied fällt mir schwer. Ein Lebensabschnitt, der zwölf Jahre meines Lebens umfasst hat, ist vorbei. Einfach so. Ich bin gerne zur Schule gegangen, trotz allem. Auch, wenn es nicht immer einfach war. Ich war gerne in Irland. Ich habe das Land lieben gelernt und obwohl nicht alles so gelaufen ist, wie ich es mir vorgestellt habe, bin ich an den Erlebnissen gewachsen. Und dann das Praktikum. Ich habe es geliebt. Bin gerne aufgestanden, zur Arbeit gefahren und war erst wieder Zuhause, als es schon dunkel geworden ist. Ich hätte noch länger dort arbeiten können – aber es war nur ein Praktikum. Keine feste Anstellung. Ich habe nur mein Abitur, keine Ausbildung, kein Studium. Und deswegen musste ich loslassen, Abschied nehmen, so schwer es mir auch gefallen ist.
Während ich das hier schreibe, merke ich, dass ich mich doch freue. Die Vorfreude war so sehr unter der Angst verborgen, dass ich sie nicht wahrgenommen habe. Ich freue mich auf die Hochschule, auf die neuen Leute, die ich kennenlernen werde, auf die Erfahrungen, die ich machen kann. Es ist etwas gänzlich neues, ein neuer Anfang. Ein Anfang, der mir ein wenig Angst bereitet. Aber ich weiß, dass es ein guter Anfang ist.

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