Sonntag, 23. April 2017

"Der Winter erwacht | Wenn der Sommer" stirbt von C.L. Wilson



Der Winter erwacht | Wenn der Sommer stirbt
C.L. Wilson
Bastei Lübbe, 2015
385 Seiten | 417 Seiten


Zwischen Sommergrund und Winterfels herrscht Krieg. Um den Frieden herbeizuführen fordert König Wynter von Winterfels eine Hochzeit zwischen sich und einer der drei Prinzessinnen Sommergrunds. Was er nicht weiß: Es gibt noch eine vierte Prinzessin, Chamsin. Sie wird von ihrem Vater verachtet, da sie störrisch und eigensinnig ist. Sie wird gegen ihren Willen mit Wynter vermählt, muss sich aber eingestehen, dass er gar nicht so kaltherzig ist, wie sie zuvor dachte. Aber auf ihm liegt ein schrecklicher Fluch, von dem nur Chamsin ihn befreien kann.


Eigentlich sollte ich mich vorrangig auf die Handlung beziehen, aber in diesem Fall muss ich auch die beiden unglaublich tollen Cover loben. Normalerweise mag ich Gesichter (oder Augen) nicht sonderlich, hier passt die Gestaltung aber sehr zur Geschichte.
Aufgrund des Klappentextes habe ich vorrangig eine Liebesgeschichte erwartet – diese ist zwar enthalten, aber es gibt noch so viel mehr, was begeistert. Die Idee an sich ist nicht neu, allerdings sehr gut verpackt und gelungen umgesetzt. Die Geschichte wird sehr lebendig erzählt, ich konnte mir alles immer sehr genau vorstellen. Auch die Hintergrundgeschichte über den Krieg wurde sehr gut eingearbeitet und immer wieder werden Teile davon offengelegt.
Natürlich gibt es magische Gestalten und viele Kämpfe, allerdings ist alles immer abwechslungsreich und wird nie langweilig. Auch, was die Orte betrifft: Langsam aber sicher lernt der Leser Sommergrund und Winterfels kennen, wird aber nie mit zu vielen Informationen überfordert.
Zwar kann die Handlung nicht überraschen und an vielen Stellen ist sie sehr klischeehaft, allerdings ist der Roman trotzdem fesselnd, was auch vor allem am Schreibstil liegt.
Dieser ist sehr lebendig und nie zu ausschweifend, gleichzeitig auch kurz und prägnant. Die zwei Perspektiven, aus denen die Romane erzählt werden, passen sehr gut zur Struktur des Romans.

Ein großer Pluspunkt sind die Charaktere . Es gibt nicht zu viele, deswegen ist es sehr übersichtlich. Der Fokus liegt zwar auf Chamsin und Wynter, man lernt allerdings auch Charaktere aus der Vergangenheit der beiden kennen. Viele der Nebencharaktere sind sehr gut ausgearbeitet und wirken nicht nur wie Marionetten der Autoren, der Junge Krystie, der Chamsin begleitet, ist unglaublich liebenswert.
Chamsin und Wynter sind Gegensätze, aber ihre Liebe zueinander wird authentisch, voller Charme und nicht überladen dargestellt. Der Großteil ihrer Handlungen sind nachvollziehbar, vor allem die Wandlung, die sie im Laufe der beiden Bücher durchmachen.
Das Bild der beiden ist sehr klar gezeichnet, weshalb ich mir immer alles gut vorstellen konnte. Die beiden sind sehr facettenreich, weshalb sie teilweise mit ihren Handlungen auch überraschen können. Ihre Authentizität wird vor allem deutlich, wenn sie ihre Freude oder Trauer zeigen, gerade im zweiten Band.

Aufgrund von einem tollen Schreibstil und sympathischen Protagonisten hat die Autorin es geschafft, mich mit den beiden Romanen zu überzeugen. Auch, wenn die Handlung nicht wirklich überrascht, sind die Romane trotzdem lesenswert!


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